Erste Hilfe: Was tun bei Zahnfleischentzündung?
Wenn dein Zahnfleisch gerötet ist oder blutet, solltest du deine Mundhygiene sofort anpassen. Hier ist deine Checkliste für akute Maßnahmen:
Gründlich Putzen: Putze deine Zähne zweimal täglich, auch wenn das Zahnfleisch leicht blutet, um die bakterielle Plaque als Hauptursache zu entfernen.
Zwischenräume reinigen: Nutze Zahnseide oder Interdentalbürsten, da sich Entzündungen oft in den Zahnzwischenräumen verstecken.
Antibakteriell spülen: Verwende unterstützend eine Mundspülung mit ätherischen Ölen, um Biofilm und Plaquebakterien auch dort zu reduzieren, wo die Zahnbürste schwer hinkommt.
Zahnarzt aufsuchen: Sollten die Symptome nach wenigen Tagen nicht abklingen, ist ein Termin beim Profi notwendig.
Ursachen: Warum entzündet sich das Zahnfleisch?
Eine Hauptursache von Zahnfleischentzündung ist die Bildung von Zahnbelag (Plaque) am Zahnfleischrand. Dieser Belag besteht aus Bakterien, die das Zahnfleisch angreifen und eine Entzündung hervorrufen.
Wird dieser Belag nicht regelmäßig entfernt, verhärtet er sich zu Zahnstein. Dieser bietet eine raue Oberfläche, auf der sich weitere Bakterien ansiedeln, was das Risiko für Zahnfleischbluten und Entzündungen weiter erhöht.
Weitere Risikofaktoren
Zahnfleischentzündung kann jeden treffen. Jedoch gibt es Faktoren, die eine Gingivitis begünstigen:
Mundtrockenheit
Rauchen
Stress
Ernährung: Zu viel Zucker und Kohlenhydrate fördern das Bakterienwachstum.
Hormonschwankungen: Zum Beispiel in der Pubertät, Schwangerschaft oder Wechseljahre.
Erkrankungen: Chronische Krankheiten wie Diabetes mellitus haben einen belegten Zusammenhang mit oralen Entzündungen (siehe auch Diabetes und Zähne).
Symptome und Verlauf: Wie erkenne ich eine Gingivitis?
Nicht immer verursacht eine Entzündung sofort Schmerzen. Achte daher auf folgende Stufen:
Schwache Entzündung: Die Rötung ist kaum zu erkennen. Zahnfleischbluten tritt in dieser Phase meist noch nicht oder nur gering auf.
Mittlere Entzündung: Das Zahnfleisch ist sichtbar rot und geschwollen. Beim Zähneputzen tritt Zahnfleischbluten auf.
Ausgeprägte Entzündung: Es kommt zu spontanen Blutungen.
Vorsicht vor Parodontitis
Wenn eine Gingivitis unbehandelt bleibt, kann sie sich zur Parodontitis (im Volksmund Parodontose) entwickeln. Dabei wird der gesamte Zahnhalteapparat angegriffen, was bis zum Zahnverlust führen kann.
Zahnfleischentzündung Mundspülung & Behandlung
Wie wirst du die Entzündung wieder los? Die Basis ist immer die Entfernung des Auslösers: der Plaque.
1. Häusliche Pflege & Mundspülung
Sofern du den Verdacht hast, dass sich eine Zahnfleischentzündung anbahnt, widme der richtigen und sorgfältigen Mundhygiene besonders viel Aufmerksamkeit. Neben dem mechanischen Putzen haben sich Mundspülungen mit ätherischen Ölen (wie in LISTERINE® enthalten) als effektiv erwiesen. Sie dringen tief in den Biofilm ein, bekämpfen Bakterien und helfen, das Zahnfleisch gesund zu halten. Inhaltsstoffe wie Zink können zusätzlich helfen, indem sie das Wachstum entzündungsverursachender Bakterien hemmen und Zahnsteinbildung reduzieren.
Sollten die Anzeichen einer Zahnfleischentzündung nicht innerhalb weniger Tage verschwinden, sich die Symptome verschlimmern oder eine Zahnfleischentzündung immer wieder auftreten, solltest du umgehend einen Termin bei deinem Zahnarzt vereinbaren.
2. Professionelle Behandlung beim Zahnarzt
Der Zahnarzt prüft die Tiefe der Zahnfleischtaschen und führt eine professionelle Zahnreinigung durch, um harten Zahnstein zu entfernen. Dies schafft die Basis, damit das Zahnfleisch zu Hause wieder abheilen kann.
3. Hausmittel (Ergänzend)
Ein bekanntes Hausmittel ist das Gurgeln mit erkaltetem Kamillentee, da Kamille desinfizierend wirkt. Auch Salbei oder Ingwer können wohltuend sein. Wichtig: Hausmittel ersetzen keine gründliche Mundhygiene, sondern dienen nur der Linderung.
Zahnfleischentzündung vorbeugen: Deine 3-Schritt-Routine
Um Zahnfleischentzündung vorzubeugen, ist Konsistenz entscheidend. Mechanische Reinigung allein reicht oft nicht aus, da sie nur etwa 25% des Mundraums erreicht.
Zähneputzen: 2x täglich gründlich putzen.
Interdentalpflege: Einmal täglich Zahnseide verwenden.
Spülen: Die Verwendung einer antibakteriellen Mundspülung (z.B. LISTERINE® TOTAL CARE Zahnfleisch-Schutz) entfernt effektiv Plaquebakterien, die nach dem Putzen verblieben sind. Durch Zusätze wie Fluorid werden die Zähne zudem gegen Karies gestärkt. Erfahre mehr in unserem detaillierten Guide für die optimale Mundhygiene.
Häufige Fragen zur Zahnfleischentzündung
Bei konsequenter Verbesserung der Mundhygiene (Putzen, Zahnseide, Mundspülung) ist eine akute, leichte Gingivitis oft reversibel und kann innerhalb von wenigen Tagen bis zu einer Woche abklingen. Hält die Entzündung länger an, muss ein Zahnarzt aufgesucht werden.
Vermeide stark zuckerhaltige Speisen und einfache Kohlenhydrate (Weißbrot, Süßigkeiten), da diese den Plaque-Bakterien als Nahrung dienen. Setze stattdessen auf eine entzündungshemmende, vitaminreiche Ernährung und trinke viel Wasser, um Mundtrockenheit zu vermeiden.
Da eine Gingivitis durch Bakterien ausgelöst wird, ist eine Übertragung der Bakterien (z.B. durch Küssen oder gemeinsames Besteck) theoretisch möglich. Ob daraus eine Entzündung entsteht, hängt jedoch stark von der individuellen Mundhygiene und dem Immunsystem des Partners ab.